Grundlagen und Begriffe der Psychoanalyse

Wichtigste Elemente der Psychoanalyse

Freie Assoziation
KlientIn lässt die Gedanken frei schweifen und erzählt, welche Gedanken, Wünsche, Gefühle, Bilder etc. auftreten

Wiederstand
Widerstände werden als Schranken zwischen dem Bewussten und Unbewussten angesehen. Sie zeigen wichtiges Material an; daher ist es Ziel, die Widerstände zu erkennen, zu bearbeiten und zu überwinden.

Traumdeutung
Träume gelten als wichtige Quelle für Informationen aus dem Unterbewussten.

Übertragung – Gegenübertragung
Die KlientIn bringt der TherapeutIn Gefühle entgegen, die aus alten, verdrängten Konflikten stammen. Es findet eine Verwechslung der TherapeutIn mit früheren Personen (z.B. Eltern) statt.
Gegenübertragung nennt man die (unerwünschte) Reaktion der TherapeutIn in Form einer eigenen Übertragung der KlientIn gegenüber.

Abstinenzregel
Die TherapeutIn darf außerhalb der Therapie keinen Kontakt zur KlientIn pflegen und ihre eigenen Beziehungskonflikte nicht thematisieren.

 

Weitere Grundlagen zur Psychoanalyse

Instanzenlehre
Das Selbst wird aus 3 Instanzen gebildet

Das Es - umfasst die Triebe (Lust/Unlust-Prinzip)
Das Ich - vermittelt zwischen Es und Über-Ich und äußerer Realität
Das Über-Ich - enthält die moralischen Maßstäbe und Idealbildungen des Selbst

Psychoanalytisches Phasenmodell (Modell der sexuellen Entwicklung)

Orale Phase; bis 2. Lebensjahr
Libidinöse Erfahrung ist oral fixiert. Nahrungsaufnahme, Triebbefriedigung und Lustgewinn aus Saugen. Nähe, Wärme, Geborgenheit: Urvertrauen. Erleben von Bindung, Abhängigkeit, Angenommen werden.
Fixierungen: Sucht, Depressivität, Selbstwertproblematik
Anale Phase; 2.-3. Lebensjahr
Lustempfindung durch Ausscheidungsorgane und –Prozesse. Hergeben/Zurückhalten, Entwicklung von Selbstwertgefühl, Autonomie.
Fixierungen: Zwanghaftigkeit, Ordnung, Sparsamkeit/Geiz, Rigidität.
Stichworte: Macht, Aggression, Einfluss, Abhängigkeit, Selbstständigkeit
Anale Trias nach Freud
+ Eigensinn
+ Ordnungsliebe
+ Sparsamkeit
Ödipale (phallische) Phase; 4.-6. Lebensjahr
Lust am Genitale, Entdeckung Geschlechtsidentität, Identifizierung mit Gleichgeschlechtlichem Elternteil.
Fixierungen: Phobien, Konversionssymptome, Ewiger Sohn/Tochter, Sexualstörungen, Partnerprobleme
Latenzphase; 6.-10. Lebensjahr
Primär Weiterentwicklung von Ich-Fähigkeiten (Wissenserwerb, soziale Fertigkeiten und Auseinandersetzungen in Gruppen)
Fixierungen: Verhaltensstörungen, Leistungsschwäche, Angst vor Auseinandersetzung, Autoaggression
Genitale Phase (Pubertät); 11.-16. Lebensjahr
Verstärktes Erleben der Triebwünsche und Geschlechtsidentität, Autonomiebedürfnis versus Abhängigkeit von Eltern, neue Idealbildungen, Fähigkeiten und Grenzen.
Fixierungen: Schwere Selbstwertprobleme, Sexualängste, Isolierung, Regression.


 

Abwehrmechanismen des Ich

Verdrängung
unerlaubte/ungeliebte Erfahrungen und Gefühle werden ins Unbewusste verdrängt.

Verleugnung
schmerzhafter, schamhafter, bzw. unangenehmer Teile der Realität (es kann nicht sein, was nicht sein darf).

Projektion
eigener Konflikte, Wünsche, Triebe auf Andere.

Identifikation
Bestrebungen, Ziele und Charakteristika anderer werden übernommen.

Reaktionsbildung
Verkehrung ins Gegenteil (besonders freundliche Behandlung eines verachteten Menschen).

Regression
Rückzug in frühere Verhaltensweisen, die der Situation nicht angemessen sind.

Verschiebung
Ausagieren von Gefühlen an anderen als den betroffenen (meist schwächeren) Personen und Sachen.

Rationalisierung
Für Verhalten/Gefühle wird eine vernunftmäßige Erklärung gesucht.

Wendung gegen das Selbst
Wendung eines Triebimpulses gegen die eigene Person.

Sublimierung
Ersatzbetätigung (Umwandlung) sexueller Triebe auf sozial und kulturell akzeptierten Gebieten.

Isolierung
Abgrenzung/Trennung von Gedanken oder Verhalten von den damit verbundenen Affekten.

Psychosoziale Abwehr
Belastung anderer zur eigenen Entlastung (Sündenbock).